Riester-Rente Auszahlung: Optionen, Risiken & Steuern

18/11/2025
Bearbeitet von kiraly

Korrespondentin Kiraly berichtet in klaren und objektiven Artikeln über Entwicklungshilfe, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorgeform, die viele Menschen in Deutschland nutzen, um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand zu gewährleisten. Doch was passiert, wenn man die Altersvorsorge in Anspruch nehmen möchte? Die Auszahlung der Riester-Rente ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung erfordert, um unerwartete Kosten oder Steuerfolgen zu vermeiden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Optionen, die Risiken und die steuerlichen Auswirkungen, die mit der Riester-Rente Auszahlung verbunden sind. Wir nehmen uns die Zeit, um die wichtigsten Aspekte zu erklären und Ihnen zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.


Die verschiedenen Auszahlungsphasen der Riester-Rente

Die Auszahlung der Riester-Rente ist nicht einheitlich. Sie wird in verschiedene Phasen unterteilt, die unterschiedliche Regeln und Auswirkungen haben. Die grundlegende Struktur ist die Auszahlungsphase und die Ruhezeit.

Die Auszahlungsphase beginnt in der Regel mit dem 36. Lebensjahr (oder dem Zeitpunkt der Erwerbstätigkeit nach dem Schulabschluss, wenn dieser früher erfolgt). Während dieser Phase können Sie bis zu 30% des angesparten Kapitals einmalig oder in Raten entnehmen. Diese Teilauszahlung ist jedoch mit einer sofortigen Besteuerung verbunden. Das bedeutet, dass der gesamte entnommene Betrag als Einkommen versteuert wird. Die Steuersätze richten sich dann nach Ihrer persönlichen Einkommensverhältnisse.

Die Ruhezeit dauert 10 Jahre. Wenn Sie während dieser Zeit die Auszahlung einleiten, wird der gesamte staatliche Förderbetrag, inklusive der daraus resultierenden Erträge, als Einkommen versteuert. Dies ist eine wichtige Regelung, die dazu dient, die Förderung der Riester-Rente zu sichern und sicherzustellen, dass sie weiterhin für Menschen in der ersten Auszahlungsphase zur Verfügung steht. Nach Ablauf der Ruhezeit kann die Auszahlung wieder aufgenommen werden.


Teilauszahlungen vs. Vollständige Auszahlung: Der entscheidende Unterschied

Die Möglichkeit, nur einen Teil des Riester-Kapitals abzuzahlen, oder die vollständige Auszahlung, hat erhebliche Auswirkungen. Die steuerlichen Konsequenzen sind hier der zentrale Unterschied.

Bei einer Teilauszahlung, wie bereits erwähnt, wird der entnommene Betrag sofort versteuert. Dies ist besonders relevant, da die Beiträge zur Riester-Rente durch staatliche Förderung steuerfrei sind. Nur die entnommene Summe unterliegt dem aktuellen Einkommensteuertarif. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass sich auch die zukünftigen staatlichen Förderungen, die Sie erhalten könnten, nach einer Teilauszahlung reduziert oder ganz eingestellt werden können.

Die vollständige Auszahlung der Riester-Rente ist hingegen selten ratsam. Sie führt dazu, dass der gesamte staatliche Förderbetrag, inklusive der darin enthaltenen Erträge, als Einkommen versteuert wird. Dies kann zu hohen Steuerzahlungen führen, insbesondere wenn das Riester-Kapital groß ist. In vielen Fällen ist die vollständige Auszahlung also nur dann sinnvoll, wenn Sie bereits im Rentenalter ein vergleichsweise hohes und steuerpflichtiges Einkommen haben.


Sonderfall: Kleinbetragsrente – Eine einfache Auszahlung

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Ein wichtiger Sonderfall ist die sogenannte Kleinbetragsrente. Diese gilt, wenn die monatliche Auszahlung bei etwa 35 Euro oder weniger liegt. Diese Regelung hat ihren Ursprung in der ersten Ausgestaltung der Riester-Rente und ist bis heute relevant.

Die besondere Regelung bei der Kleinbetragsrente ermöglicht eine vollständige Auszahlung ohne Rückzahlung der Förderung und der daraus resultierenden Erträge. Dies ist oft der Fall, wenn Sie im Alter von über 60 Jahren die Auszahlung einleiten und eine geringe monatliche Auszahlung beziehen. Die häufigste Ursache für diese Situation ist eine lange Ruhezeit, die oft unabsichtlich entsteht, wenn der Vertrag weit in die Zukunft gelegt wurde.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Kleinbetragsrente nur dann in Anspruch genommen werden kann, wenn die monatliche Auszahlung tatsächlich unter 35 Euro liegt. Andernfalls können die steuerlichen Konsequenzen erheblich steigen. Eine Überprüfung Ihrer monatlichen Auszahlung ist daher unerlässlich.


Vorzeitige Auszahlung und Wohn-Riester – Ausnahmen und Besonderheiten

Eine vorzeitige Auszahlung der Riester-Rente ist in der Regel nur in begrenztem Umfang möglich. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen, die diese Regelung beeinflussen können: die Wohn-Riester und die vorzeitige Auszahlung bei langen Ruhezeiten.

Die Wohn-Riester sind speziell dafür konzipiert, die Finanzierung des Eigenheims zu unterstützen. Hier ist eine vorzeitige Auszahlung des Kapitals ohne Rückzahlung der Förderung und Erträge möglich, sofern die Mittel ausschließlich für den Kauf oder die Renovierung des Eigenheims verwendet werden. Es ist wichtig, dass Sie diese Option nur nutzen, wenn Sie tatsächlich ein Eigenheim finanzieren möchten, da die staatliche Förderung nur ab dem vereinbarten Auszahlungsbeginn berücksichtigt wird.

Bei langen Ruhezeiten, also wenn die gesamte Ruhezeit von 10 Jahren in der Vergangenheit liegt, kann eine vorzeitige Auszahlung ebenfalls ohne Rückzahlung der Förderung und Erträge möglich sein. Auch hier gilt: Die Auszahlung ist nur dann möglich, wenn keine Ruhezeit mehr besteht. Es ist ratsam, sich vor einer vorzeitigen Auszahlung gründlich zu informieren, um unliebehafte Steuerfolgen zu vermeiden.


Steuern bei der Riester-Rente Auszahlung: Ein komplexes Thema

Die Besteuerung der Riester-Rente Auszahlung ist ein komplexes Thema und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Steuern, die bei der Auszahlung anfallen können: die Einkommensteuer und die Kapitalertragssteuer.

Die Einkommensteuer wird auf den gesamten entnommenen Betrag erhoben, unabhängig davon, ob die Beiträge durch staatliche Förderung steuerfrei waren. Die aktuellen Einkommensteuersätze gelten für den entnommenen Betrag. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Teilauszahlung die zukünftige Höhe der staatlichen Förderung reduzieren oder ganz aussetzen kann, was sich wiederum auf Ihre Steuerlast auswirken wird.

Die Kapitalertragssteuer wird auf die Erträge erhoben, die sich aus der Anlage des Riester-Kapitals innerhalb des Vertrags ergeben haben. Diese Steuer wird nur dann fällig, wenn eine Kapitalauszahlung erfolgt. Die Höhe der Kapitalertragssteuer hängt von der Höhe der Erträge und dem individuellen Steuersatz ab.

Es ist ratsam, sich vor jeder Riester-Rente Auszahlung von einem Steuerberater beraten zu lassen, um die potenziellen steuerlichen Auswirkungen zu verstehen und Ihre Steuerlast zu minimieren.


Fazit:

Die Riester-Rente Auszahlung ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung und Kenntnis der steuerlichen Auswirkungen erfordert. Es ist wichtig, die verschiedenen Auszahlungsoptionen, die Risiken und die steuerlichen Konsequenzen sorgfältig abzuwägen, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Eine frühzeitige Beratung durch einen Experten kann Ihnen helfen, die optimale Strategie zu entwickeln und unerwartete Kosten oder Steuerzahlungen zu vermeiden. Denken Sie daran, dass die staatliche Förderung der Riester-Rente ein wertvolles Instrument zur Altersvorsorge ist. Nutzen Sie Ihre Vorteile verantwortungsvoll und informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Regelungen.

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